Über unsDatenschutzAnmelden/RegistrierenEnglish

Asylsuchende aus Rumänien, Ost-Berlin, Spätsommer 1990: Ausflug zur Grenze [1/36]

INFORMATIONEN ZUM OBJEKT

Details

21. Juni bis 22. September 1990
Berlin, Nähe Neuruppiner Straße
Urheber: Mary Joy Knothe

Lizenztyp: Creative Commons License

Aus dem Album

Ausstellungsthema: Begegnungen und Erkundungen

Zwei Kinder vor der geöffneten Hinterlandmauer nahe der Neuruppiner Straße in Berlin-Zehlendorf

Abgebildet

Fahrrad, Hinterlandmauer, Kind, Straße, Zwei Personen

Orte

Andere Orte (Berlin)

Tags

Kleinmachnow, Machnower Busch, Mauer

Alle Bilder des Albums

Erinnerung

"Ich studierte seinerzeit Fotodesign an der Fachhochschule Dortmund, 'Du musst Menschen fotografieren – geh nah heran!', hatte mich meine Professorin angestiftet. Nun wohnte ich vorübergehend in Berlin-Mitte und fuhr jeden Morgen um sechs Uhr früh zum Fernbahnhof Berlin-Lichtenberg, um dort zu fotografieren.

Nach dem Sturz des Ceauşescu-Regimes im Dezember 1989 hatte sich 1990 politisch auch in Rumänien einiges getan, und das wurde eben auch in Berlin auf dem Bahnhof Lichtenberg deutlich. Ab Mai waren jeden Tag hunderte neue Flüchtlinge aus Rumänien angekommen, und da es noch keine einheitlichen Regelungen in Ost und West gab, verblieben viele von ihnen vorerst, wo sie angekommen waren: auf dem Bahnhof Lichtenberg. Wie war die Situation dort? Das wollte ich dokumentieren und lernte dazu zunächst die Menschen kennen. Ich fotografierte, wenn sie mir Vertrauen entgegenbrachten. Dies geschah nach und nach. Ich arbeitete ausschließlich mit dem vorhandenen Licht, also ohne Blitz, und einem relativ empfindlichen Schwarzweißfilm.

Zu meinem Glück lernte ich einen sehr freundlichen Triebwagenführer kennen, der, immer wenn es nötig wurde, einen Ausweis für mich in die Höhe hielt. Dadurch kannten mich irgendwann auch die Volkspolizisten und ließen mich in Ruhe gewähren."

Kai-Annett Becker (Dortmund, geboren 1968)

Original-Bildunterschrift

"Aufbruch 'Gucken' war nach dem Fall der Mauer auch unser neuester Sport. Jeder freie Tag, jedes freie Wochenende wurde zu Ausflügen zu Fuß, per Rad oder Auto genutzt. Unsere drei Kinder waren immer dabei. Sie bedauern es heute sehr, dass sie damals zu klein waren, um zu verstehen, was die Erwachsenen erlebten und empfanden. Für uns ist das Gefühl der Freude, der Euphorie und Begeisterung und der Fassungslosigkeit über dieses Ereignis noch heute abrufbar."

Durchschnittsbewertung (14 Bewertungen)

(1 comment)
Kommentare

lovely composition
Bewertung

Absenden


Please login/register to tag and comment on this item.